Schlagwort-Archive: Reflexion

Feedback macht Arbeit

Dieses Mal habe ich es geschafft, sämtliche Hausarbeiten aus dem letzten Semester gleich zu Beginn des neuen Semesters durchzulesen und mein Feedback hierzu zu verfassen (ca. eine halbe Seite pro Hausarbeit oder Projekt-Dokumentation). So habe ich keine „Altlasten“, zumal noch einige Vorbereitungen anstehen…

Bei einer kurzen Rückschau zum letzten Semester ist mir alleine anhand der nackten Zahlen klar geworden, weshalb ich von der Lehre so eingespannt: Das Erstellen des Feedback ist schlicht arbeits- und zeitaufwändig. Denn ich habe über 100 Seiten Feedback verfasst – kein Wunder, dass ich beispielsweise nur wenig Zeit für Publikationen oder Kongresse habe. Die hohe Zahl kommt u. a. dadurch zustande, dass ich in der Veranstaltung „Sozialpsychologie des Internet“ jeder der zehn Gruppen ca. 2-3 Seiten Rückmeldung zu Ihrer Lehr-/Lerneinheit gebe. Daneben fallen im Seminar „Einführung in die qualitative Sozialforschung“ stets knapp 1 Seite pro Aufgabenlösung an, was sich bei insgesamt 3 Aufgaben und fast 10 Gruppen halt auch summiert.

Immerhin macht mir das Ganze Spaß und ich habe inzwischen schon etwas Routine dabei. Außerdem finde ich es einfach wichtig, die Lernprozesse durch Feedback zu begleitend.

PS: Diesen Beitrag habe ich nachträglich verfasst und zurückdatiert.

Uni-Job

Nach monatelangem Verwaltungshickhack ist es nun endlich sicher, dass ich zunächst für weitere zwei Jahre an der Uni bleiben kann 🙂 Das Beste daran ist, dass ich eine konkrete Perspektive habe, danach sogar langfristig im akademischen Mittelbau bleiben zu können – damit ginge ein großer Traum für mich in Erfüllung (ich hatte ja früher darüber geschrieben, z. B. hier und hier).

Zwar hieß es zunächst Anfang des Jahres, ich könnte direkt in den akademischen Mittelbau unbefristet einsteigen. Dies war auch ein Grund, weshalb ich sehr schnell unter großem Druck und mit sehr viel Stress-Belastung meine Doktorarbeit fertig gemacht habe. Doch dann hat sich die Ausschreibung der Stelle lange hinausgezögert und wurde immer wieder durch die Verwaltung erschwert.

Naja, zumindest werde ich nun zum Wintersemester für zwei Jahre befristet angestellt und es gibt die Möglichkeit, dass die Stelle dann umgewandelt wird. Bis dahin freue ich mich, weiter an der Uni bleiben zu können, auch wenn es mich etwas ärgert, dass ich nun monatlich weniger Geld bekomme als im Beamtenstatus…
Jedenfalls ist dieses neue Beschäftigungsverhältnis auch der Grund, weshalb ich statt bislang zehn nun 15 Stunden Lehrverpflichtung habe. Damit bleibt in den nächsten Jahren wohl wenig Zeit für Forschung und Publikationen, aber das nehme ich gerne in Kauf, da ich wie gesagt meinem Traumjob (einer festen Stelle im akademischen Mittelbau) deutlich näher gekommen bin und sehr gerne in der Lehre arbeite 🙂

PS: Diesen Beitrag habe ich nachträglich verfasst und zurückdatiert.

kurzes Lebenszeichen

Nachdem hier schon sehr lange nichts mehr passiert ist, will ich zumindest ein kurzes Lebenszeichen von mir geben. Eigentlich hatte ich mir mal vorgenommen, in diesem Blog vorher anzukündigen, wenn eine vorrübergehende Funkstille eintritt, doch es hat sich so ergeben, dass ich mir immer wieder zwischendurch eine Liste mit Themen angelegt und geplant hatte, diese in nächster Zeit einzupflegen (ich also davon ausgegangen bin, dass es bald wieder Einträge gibt). Nun bin ich zur Zeit aber so stark eingebunden wie schon lange nicht mehr, dass ich diese Liste mit Beiträgen noch nicht abarbeiten konnte.

Ich habe mir aber fest vorgenommen, dass noch im September zu erledigen (inklusive vieler Nachträge für den August). Ich weiß zwar nicht, ob es sinnvoll bei einem Blog ist, solche Aktionen öfters zu machen (die regelmäßigen Leser kennen das ja schon ;-)). Andererseits will ich einfach festhalten und dokumentieren, was mich in den letzten Wochen beschäftigt hat – auch im Nachhinein.

Tipps zum akademischen Wurf

Sandra (hier) und Tamara (hier) haben einen Beitrag mit sechs Tipps zum Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit auf Spiegel-Online aufgegriffen (hier), um über Ihre eigenen Erfahrungen beim Erstellen einer Abschlussarbeit zu reflektieren. Ich selbst hatte zum Glück nie Probleme, sondern immer viel Spaß beim Erstellen meiner wissenschaftlichen Arbeiten (weshalb ich auch an der Uni bleiben will). Auch wenn die Vorschläge sicherlich hilfreich sind, finde ich es schwierig, verallgemeinerbare Tipps zu geben, denn letztlich gibt es sehr individuelle Herangehensweisen beim Verfassen einer Abschlussarbeit…

PS: Diesen Beitrag habe ich nachträglich verfasst und zurückdatiert.

Unijob

Im Anschluss an einen schon ein paar Wochen zurückliegenden Artikel in der SZ („Lehre zum Spottpreis“) gab es einige Gespräche im Umfeld der Professur und auch manche Blogeinträge dazu (Frank, Tobias), die mich beschäftigt haben. So hat Frank geschrieben, dass er eine Lösung sieht in Richtung der Losung „Jenseits der Festanstellung“. Obwohl ich Frank insgesamt zustimme und er konsequent daraus eine andere Haltung fordert, bereitet mir gerade das etwas Bauchschmerzen. Für mich ist meine aktuelle Uni-Tätigkeit immer ein Traumjob gewesen (und bis jetzt noch geblieben). Es wird mir aber schmerzhaft bewusst bzw. nun noch deutlicher, dass es dort eben keine „Sicherheit“ gibt (siehe hierzu auch einen interessanten Beitrag von Mandy Schiefner zu einem Text von Max Weber). Aber vermutlich wäre das tatsächlich etwas zu viel verlangt, denn dieser Arbeit ist an sich schon ein Privileg (relativ große Freiheit und Unabhängigkeit). Die Bezahlung finde ich gut, wobei ich das Glück habe, an der Uni eine (natürlich befristete) Stelle zu haben; aber letztlich ist das selbstverständlich eine Frage der Anspruchshaltung: wer viel verdienen will, wird kaum an der Uni als wissenschaftlicher Mitarbeiter aktiv sein, denn für vergleichbare Leistung würde woanders vermutlich mehr bezahlt. Jedoch geht es hier jetzt gar nicht um diesen Aspekt, sondern darum, wo der Haken ist. Und das ist meiner Meinung nach die mangelnde Perspektive. Wer so wie ich nicht habilitieren will (die Doktorarbeit reicht mir völlig und muss vor allem erstmal geschafft werden), wird irgendwann den Absprung vornehmen müssen, auch wenn das sehr schade ist. Naja, ich bin etwas vom Thema abgeschweift. Also: ich sehe es ähnlich wie Frank, bedauere zugleich aber ein wenig, dass die schöne kuschelige Zeit der Mittelbau-Anstellung rum ist. Gleichzeitig sehe ich auch Vorteile, denn dadurch wird man geradezu gezwungen, seinen eigenen Weg zu finden, was wohl langfristig das einzige „Erfolgsrezept“ sein wird. Und nach wie vor ist hier die Möglichkeit, eine gute work-life-balance hinzubekommen recht gut, wenngleich die Gefahr der Selbstausbeutung in solchen prekären Anstellungen nicht von der Hand zu weisen ist. Es braucht also auch Mut, um einen eher unkonventionellen und riskanteren (im Sinne von Jobsicherheit) Weg zu beschreiben. Das ist dann der Preis, der für mich aber durch die Chance zu persönlicher Entfaltung und Wachstum ausgeglichen wird. Freilich ist aber auch zu bedenken, dass dies an Grenzen stoßen kann, wenn eine Familie zu ernähren ist – so ein Modell ist also auf einen verständnisvollen Partner/in angewiesen, der diesen Lebensentwurf (auch finanziell) mit trägt. Damit fordert die „neue Uni“ viel von den „prekär Beschäftigten“, ich denke aber, dass dies für beide Seiten ebenso positive Potentiale beinhaltet, etwa der Zwang, sich „neu erfinden“ zu müssen, wie Frank es formuliert, also eine permanente Entwicklung vorangetrieben wird. Und das findet sich dann meiner Meinung nach ähnlich bei dem Eintrag von Tobias wieder (allerdings geht es dort eher um Studium), insbesondere im zugehörigen Kommentar von Frank, nämlich in den Gedanken zum humboldtschen Bildungsideal).
PS: Frank hat noch einen zweiten Eintrag im Anschluss an den oben genannten Blogpost geschrieben und dort hat sich eine sehr interessante (sowie philosophische) Diskussion mit Christian ergeben.

Nachtrag (November 2010): Da einige Links veraltet sind, hier die neuen URLs der o. g. Beiträge (Frank: hier und hier; Mandy: hier). Grund für dieses Update ist eine HIS-Studie zu „Wissenschaftliche Karrieren. Beschäftigungsbedingungen, berufliche Orientierungen und Kompetenzen des wissenschaftlichen Nachwuchses“ (hier der Eintrag beim Bildungsserver).