Uni-Podcasts bei iTunes

Anfang Januar wurde auf vielen Seiten (u. a. bei heise online oder e-teaching.org) vermeldet, dass nun auch deutsche Universitäten via iTunes Vorlesungsmitschnitte bereitstellen. Das wurde prompt in vielen Blogs aufgegriffen und diskutiert (z. B. bei Helge Städtler, Tim Schlotfeldt, Anna Lea Dyckhoff). Insbesondere bei Gabi hat sich eine ausführliche Diskussion zu diesem Thema im Kommentar-Teil in ihren beiden Blog-Einträgen ergeben (hier und hier). Dabei wurde u. a., wie zuvor schon von Dominik hier angesprochen, erwähnt, dass es im imb schon länger ähnliche und deutlich weiterreichende Projekte zur Aufzeichnung von Vorlesungen gibt (hier).

Ich selbst nutze schon seit Jahren begeistert Podcasts (ich hatte schon hier berichtet). Seit ich einen iPod habe, habe ich meine Abonnements sogar noch deutlich ausgeweitet, da es alles so schön automatisch läuft und die Synchronisierung problemlos funktioniert 🙂 So höre ich inzwischen 5-6 Podcasts pro Woche (immer, wenn ich unterwegs bin oder Haushaltstätigkeiten erledige).

Dennoch hat mich die Meldung, dass nun auch Vorlesungen von deutschen Universitäten bei iTunes verfügbar sind, nicht besonders interessiert. Denn ich bin es gewohnt, professionell produzierte Podcasts zu hören, worin die Inhalte speziell für dieses Audio-Format aufbereitet sind (was bei Vorlesungsmitschnitten nicht per se der Fall ist). Dabei gibt es zwei Formen, die ich „erwarte“: Entweder Podcasts, die Themengebiete radiojournalistisch umsetzen (z. B. SWR 2 Wissen oder Bayern 2 Radiowissen sowie ansatzweise der Fraunhofer Podcast). Oder es sind Podcasts, die gerne auch mal 1-2 Stunden lang sind, wo ich einem Dialog von zwei oder mehr Experten zuhöre, insbesondere Tim Pritlove im Chaosradio Express (andere Beispiele sind das Chaosradio oder Games und so). Ungefähr dazwischen befindet sich der ComputerClub 2, wo häufig in kurzen Gesprächen verschiedene Themen behandelt werden.

Jedenfalls stelle ich mir so gute Podcasts vor. Vielleicht teste ich mal Vorlesungsmitschnitte aus, doch allzu viel erwarte ich davon nicht, denn das „blinde“ Zuhören eines „Monologs“ stelle ich mir über einen längeren Zeitraum eher anstrengend vor. Andererseits höre ich mir ab und zu auch die Videocasts von Neues oder Quarks & Co an, ohne dass ich das bewegte Bild dazu vermisse 😉 Aber hier kommt auch wieder zum Tragen, dass Inhalte von Journalisten professionell aufbereitet sind…

6 Gedanken zu „Uni-Podcasts bei iTunes

  1. Anna

    Ich stimme zu, dass Podcasts, die speziell zum reinen Hören produziert wurden, viel leichter zu verfolgen sind. Um den Inhalten einer herkömmlichen Vorlesung folgen zu können, brauche ich auch mehr Konzentration. Da hilft es, zusätzlich die Vorlesungsfolien oder den Sprecher bzw. die Sprecherin zu sehen.

  2. Alexander Florian

    Hallo Anna,
    da sind wir wohl einer Meinung 🙂
    Wie gesagt: Ich habe aufgrund des guten Podcast-Angebots einfach gewisse Hörgewohnheiten und deshalb wird mich „einfacher“ Vorlesungsmitschnitt angesichts der professionellen Konkurrenz eher weniger beeindrucken…
    Viele Grüße,
    Alex

  3. Dominik

    Hallo Alex,

    aber die Konzentration hängt doch direkt mit dem Interesse zusammen. Ich höre z.B. auch Games und so und dieser Podcast ist, genauso wie Bits und so, nun eigentlich überhaupt nicht Podcast-tauglich im Sinne speziell aufbereiteter kurzer Häppchen.
    Warum ich trotzdem 1-2 Stunden zuhören kann, ohne abzuschweifen liegt doch an meinem Interesse gegenüber diesem Themengbeite, oder?

  4. Alexander Florian

    Hallo Dominik,
    das stimmt auch wieder – ein großes Interesse vorausgesetzt, höre ich mir gerne auch weniger „mediengerecht“ aufbereitete Podcasts an.
    Das gilt somit auch für Vorlesungen. Hier ist allerdings die Besonderheit, dass häufig komplexe Inhalte stark verdichtet sind und/oder ein Gedankengang über eine längere Argumentationskette dargelegt wird.
    Deshalb stelle ich mir es nicht so leicht vor, einem solchen Monolog aufmerksam und konzentriert über längere Zeit zu folgen. Das hängt aber vielleicht auch damit zusammen, dass ein Podcast für mich eher eine „Nebenher-Begleitung“ darstellt. Das Medium ist durchaus zur Wissensvermittlung geeignet, aber von einem Vorlesungsmitschnitt erwarte ich einfach nicht allzu viel…

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