Mein blog

Wie schon angekündigt, will ich nun auch noch kurz über meinen Blog nachdenken. Ich habe den Eindruck, dass er sich vor allem zu einer Art e-portfolio entwickelt. Das liegt wohl daran, dass ich den Schwerpunkt in meiner Arbeit auf Lehrerfortbildung setze. Und dort passiert im theoretischen Diskurs eher wenig online, sondern hauptsächlich noch „altmodisch“ in Printform, wobei vieles schon vor einigen Jahren verfasst wurde. So kann ich kaum auf Texte verlinken und ich glaube auch nicht, dass es wirklich interessant ist, wenn ich beispielsweise meine aktuellen Zitatsammlungen poste, denn oft sind es sehr spezielle Aspekte und die Ausführungen hierzu sind zudem schon 20-30 Jahre alt. Für mich ist natürlich spannend, festzustellen, dass manche Strömungen, Entwicklungen und auch Forderungen gar nicht so neu sind. Das Bildungswesen bzw. der Schulapparat ist wohl doch ein etwas trägerer Verein 😉 Manchmal ist es natürlich auch frustrierend, wenn etwa beim Thema Transfer von Lehrerfortbildung schon vor einigen Jahrzehnten Erkenntnisse gesammelt und Empfehlungen abgeleitet wurden, die heute noch gültig sind aber nach wie vor in der Praxis kaum angekommen sind (obwohl entsprechende Hinweise immer wieder auftauchen).
Um an dieser Stelle wenigstens einen kleinen Tipp zu geben: auf der Seite vom Landesinstitut für Schule von NRW gibt es eine kleine Sammlung von Studien, die als Einstieg gut geeignet sind: http://www.lfs.nrw.de/materialien.htm
Naja, aber dazu wollte ich eigentlich gar nicht so viel schreiben. Sondern über meinen Blog nachdenken. Also, ich sehe meinen Blog weniger als thematisch geführten Diskussionsbeitrag zu einem Fachgebiet. Gerade im E-Learning-Bereich gibt es hier eine recht aktive Szene und ich lese dort gerne mit, da es mich sehr interessiert (und einen Teil in meiner Dissertation wird sich auch mit dieser Thematik beschäftigen). Aber dort ist auch zu beobachten, dass eine gewisse Selbstreferentialität vorhanden ist. Mir ist schon klar, dass dies auch Sinn und Zweck solcher themenbezogenen blogs ist. Ich selbst sehe mich dort aber, wie gesagt, nicht. Und solange ich nicht einen eigenen Beitrag leisten kann, werde ich mich auch zukünftig kaum auf die Beiträge dort beziehen bzw. sie zum x-ten mal verlinken. Um Missverständnissen vorzubeugen: Das soll keine Kritik sein, ich lese diese Beiträge sehr gerne und finde es auch immer wieder interessant, welche Verknüpfungen untereinander hergestellt werden – aber ich werde mich daran vorerst nicht beteiligen.

Was ich noch kurz anschließen möchte. Ich habe im letzten Beitrag relativ offen darüber geschrieben, dass es neben dem vielen Sonnenschein auch weniger angenehme Abschnitte in meiner Doktorarbeit gibt. Ich wurde nun von erstaunlich vielen Lesern darauf angesprochen (z. T. wusste ich gar nicht, wer alles mitliest) und das war wirklich erfreulich. So richtig erklären kann ich mir auch nicht, warum mir das Schreiben momentan so schwer fällt. Deshalb vielleicht noch abschließend ein paar neue Gedanken. So spielt eine Rolle, dass ich mich etwas verschätzt habe. Denn im letzten Jahr habe ich einen Großteil der Literatur schon durchgearbeitet. Oder genauer: „nur“ durchgelesen. Meine bewusste Absicht war: erstmal entspannt alles lesen. Das mache ich gerne und ich habe viel „gelernt“. Damit wollte ich eine Grundlage schaffen und dann beim zweiten Durchlauf, worin ich momentan befinde, schon sehr genau wissen, was brauchbar ist und so schnell und gezielt die Bücher „verarbeiten“. Und wie schon geschrieben: es dauert trotz dieser Vorbereitung immer noch sehr lange – länger als erwartet. Das hatte ich mir natürlich anders vorgestellt und deshalb bin ich gerade nicht so begeistert. Mir war zwar schon damals bewusst, dass dieses zweimalige Lesen aufwändiger ist – andererseits dachte ich, dass ich unterm Strich gezielter die Texte verwerten kann und so sogar effektiver bin. Andererseits, und das ist schon der zweite mögliche Grund, kann auch sein, dass sich das bald so entwickelt wie erwartet. Denn zur Zeit stecke ich sehr tief in der Detailebene. Und da ist es naturgemäß nicht so leicht, eine Meta-Ebene einzunehmen (von der aus das Ganze schon weniger dramatisch aussieht). Denn im Detailbereich sehe ich halt sehr viele Aspekte, die wichtig und relevant sind. Daneben gibt es noch als letztes so ein Gefühl, das ich nicht erklären kann. Es ist nämlich der hausgemacht Druck, dass ich nächstes Jahr fertig werden will. Das will ich einfach – warum, weiß ich auch nicht genau, aber es ist schon richtig so (es ist halt eine „Bauch-Sache“). Damit aber genug Psycho-Gedöns für heute (und wohl auch für die nächste Zeit).
Die nächsten Beiträge werden sich wieder auf Uni-Aktivitäten beziehen, z. B. die von mir durchgeführten Seminare.

2 Gedanken zu „Mein blog

  1. Ruben

    Du schaffst das schon Alex, ich drück dir die Daumen 🙂
    Das kennt doch jeder das er mal ein kleines tief hat und etwas Betriebsblind wird 😉

    VIele Grüße,
    Ruben

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